Ich…mittendrin


…es ist doch nur ein Wort, oder?

Am 25.05.08 in Yoga. Kommentare .

Ist schon sehr beeindruckend, wie tief so ein einziges Wort geht…beschäftige mich immer noch mit dem Thema Reinigung - Shauca - und bemerke, wie umfangreich dieses Thema ist - auf allen Ebenen.

Katharsis, Läuterung, Reinigung…verbrennen…werden zu Asche und neu geboren…immer und immer wieder. Im Wasser tauchen neue Dinge auf, die ich mir lange nicht angeschaut, bzw. anschauen wollte und stelle feste…sie können nicht tauchen

…nur EIN Wort…mit soviel Kraft…

Saradevi

Eine Bitte…

Am 20.05.08 in Allgemein. Kommentare .

… an alle Kommentatoren:

Bitte keine Diskussionen über Geschriebenes im Kommentarblock. Ich habe eine lange Zeit im Satsangforum geschrieben und diskutiert und würde ich das wollen, wäre ich mit Sicherheit nicht hier im Erwachen.com. Es sind NUR Gedanken, Erfahrungen und Erlebnisse. Ich lege keinen Anspruch auf die Wahrheit in den Worten. Ich nutze diesen Blog einfach, um meine Gedanken hier abzuladen und werde hier bestimmt nicht advaitisch-korrekte Vokabeln benutzen. Wenn sich jemand an dem Geschriebenen ’stört’, dann einfach weiterziehen.

Ich lese gern Kommentare und Feedback, aber ich möchte nicht über das Geschriebene diskutieren, da es immer wieder sein kann, dass ich selbst das Geschriebene wieder revidiere oder einfach durch den Entwicklungsprozess vertiefe oder ändere. Ich beanspruche keinen Besitz der geschriebenen Worte ;-)

Vielen Dank :-)

Om Shanti,

Saradevi

…von außen nach innen…

Am 18.05.08 in Yoga. Kommentare .

Finde ich im Moment sehr interessant und spannend, was sich da für mich nur mit einem Wort, bzw. Thema ergibt, wenn ich mich damit bewusst befasse. Reinheit. Ist an sich allgemein ja ein Wort, womit der Mensch in dieser Gesellschaft sehr viel Spießertum verbindet - jedenfalls tue ich es unbewußt. Ich denke da sofort an Überreinlichkeit, extreme Ordnungswut, etc. Aber das ist es nicht. Es geschieht einfach…es fängt im Außen an und geht ganz tief nach innen und von da wieder zurück nach außen. Angefangen von der Reinheit im Haus, zur Körperreinheit (und da meine ich nicht die normale Körperpflege, sondern schon auch die Entschlackung und der sowieso täglich stattfindende Reinigungsprozess des Körpers) bis hinzu den Gedanken. Da findet genauso ein Frühjahrsputz statt. Alle Gedanken kommen einfach aus ihren Ecken und wollen angeschaut werden. Und ich tue es…ohne Wertung…lasse sie zu und lasse sie gehen. Das Aufräumen meiner Gedanken besteht darin, sie nicht mehr in die Ecke zu schieben und sie irgendwie einorden zu müssen. Ich lasse sie einfach gehen…wie die Buddhisten sagen ‘Drop the thought!’ … ich gewähre mir das Recht zu denken und diese Gedanken auch wieder gehen zu lassen. Ist schon krass, wieviele Gedanken der Mensch allgemein gesprochen erst gar nicht zulässt und sie somit in eine Ecke sperrt. Kein Wunder, dass sie immer wieder auftauchen…denn sie werden ja festgehalten. Und Gedanken sind ja bekanntlich wie Wolken am Himmel…sie ziehen vorbei…denn Gedanken sind frei …

In diesem Sinne einen wunderschönen und sauberen *gg* Sonntag!

Saradevi

Die praktische Umsetzung Patanjalis 8 Stufen

Am 14.05.08 in Yoga. Kommentare (3).

Mir kam gerade die Idee, mich wöchentlich eines Themas intensiv anzunehmen … insofern beginne ich heute mit dem Niyamas Block im Unterthema:

1. Shauca - Reinheit

“Unter Reinheit verstehen wir die äußere Reinheit des Körpers, unsere Kleidung und Umgebung sowie auch die Reinheit der Gedanken und Gefühle. Alles in unserem Universum ist göttlich, rein und heilig. Alles trägt zur Reinheit bei, was uns hilft ein Instrument Gottes zu werden (->oder zu erkennen, dass wir es sind).
Körperlich: Sattwige Ernährung, Kriyas, Asanas
Psychisch: Unerwünschte Gedanken durch positive Ersetzen. Mantras, Gebete, Seva Dienste

Klar, man sollte das Ganze natürlich für sich schon relativieren. Wenn ich streng nach den Schriften, bzw. Veden leben würde, wäre es für mich eher eine Qual. Denn die Zeiten waren früher anders und jeder definiert natürlich für sich sehr verschieden. Auch die Wahrnehmung ist individuell. Aber trotzdem lasse ich mich einfach mal für ein paar Tage auf dieses Thema ein und möchte gern hier berichten, wenn mir danach ist.

Om Shanti,

Saradevi

Yamas: Satyam - die Wahrheit sagen

Am 12.05.08 in Yoga. Kommentare .

Ich gehe nicht die Reihenfolge durch, sondern nach meinem innerlichen Empfinden…

Die Wahrheit sagen…

Ist für mich eine besondere Herausforderung - nicht, weil ich täglich lüge, sondern eher, weil mich die Frage: “Was ist Wahrheit?” doch ziemlich ergriffen hat seit ich gestern den Film ‘Die Passion Christi’ gesehen habe. Dieser Mann hat die Wahrheit verkündet und keiner wollte sie hören. Im Gegenteil, er wurde dafür gefoltert und gekreuzigt. Und doch ist Jesus diesen Weg gegangen, weil er nicht anders konnte, als die Wahrheit zu verkünden. Und noch mit großen Schmerzen angenagelt am Kreuz sagt er: “Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.”

Jesus war mir eigentlich immer nahe…aber nicht kirchlich oder wie die Kirche Jesus einem näher bringen möchte, sondern, ich sah ihn immer als Mann mit aussergewöhnlich viel Liebe für die Menschen. Kein Heiliger mit Heiligenschein, sondern einen Menschen, der nicht wegschaut, wenn Ungerechtigkeit geschieht. Ein Mann, der nicht schweigt, wenn Lügen verbreitet werden. Ein Mann, der nicht davor zurückscheut, die Wahrheit zu sagen - auch wenn er weiß, dass er dafür sterben wird.

Die Wahrheit sagen und leben bedeutet für mich, wahrhaftig sein in meinem Tun und Sein. Jesus sagte ICH BIN ES … der Sohn Gottes. Und Gott ist überall und in allem. Also steckt auch in jedem die Wahrheit, für die es sich lohnt zu leben und zu sterben. Denn mit einer Lüge zu leben käme (für mich) mit dem Tode gleich.

Also lasse ich die Wahrhaftigkeit in mir zu…

”I am the way, the truth, and the life. No man comes to the Father except through me.” John 14:6jesus_med4in.jpg

Hari Om Tat Sat

Saradevi

Niyamas und Yamas - Verhaltensregeln und Einschränkungen

Am 08.05.08 in Yoga. Kommentare .

Ich habe mich in den letzten Wochen sehr stark mit der Hatha Yoga Pradîpikâ und den ersten beiden Stufen des achtgliedrigen Weges nach Patanjali beschäftigt.

Verhaltensregeln und Einschränkungen hören sich mal wieder ‘abschreckend’ an, aber diese Worte in anderem Licht zu betrachten, machen sie dann doch wieder sanfter und verständnisvoller.

Niyamas - können als Verhaltensregeln gesehen werden:

1. Saucha - Reinheit
2. Santosha - Zufriedenheit
3. Tapas - Buße (Fasten, Gelübde auf sich nehmen - keine närrischen Gelübde wie zehn Std. lang im kalten Wasser stehen)
4. Swadyaya - Studium der Schriften
5. Ishwarapranidana - Unterwerfung unter den Willen Gottes oder Unterwerfung des Egos

Yamas - können als Einschränkungen betrachtet werden:

1. Satyam - die Wahrheit sagen
2. Ahimsa - Gewaltlosigkeit
3. Brahmacharya - Keuschheit
4. Asteya - keine Habsucht
5. Aparigraha - keine Annahme von Geschenken

Die Hatha Yoga Pradîpikâ sagt, erst wenn diese Verhaltensregeln und Einschränkungen vollführt sind, kann Pranayama geübt werden. Pranayama ist dazu da, um den Geist zu kontrollieren. D.h. nur durch den Atem können die Nerven und somit das Gehirn beeinflusst werden. Wenn wir uns schon körperlich und geistig darauf vorbereiten, ist es einfacher, durch Pranayama die beiden Gehirnhälften miteinander zu verbinden und zu harmonisieren und somit Ida und Pingala zu vereinen, damit Prana und die darauffolgende Kundalini, die ich gern Gundel oder Gundula nenne, in der Sushumna aufsteigen kann. Atem ist dann hier nicht mehr der physische Atem, sondern Prana…

Von all diesen 10 Geboten, empfinde ich Ahimsa als das ’schwierigste Gebot’ zu unterscheiden…wann verletze ich und wann nicht?

Ich werde mich in den nächsten Berichten den verschiedenen Niyamas und Yamas einzeln widmen. Dieser Beitrag ist mehr als eine Einleitung gedacht.

Hari Om Tat Sat

Sâradevî

:-)

Tieferes Verständnis und Interesse

Am 26.04.08 in Yoga. Kommentare .

Nicht, dass ich vorher kein Interesse gehabt hätte, aber ich hab das Gefühl, als wäre in den letzten Wochen ein neuer Schub ausgelöst worden, der letztes WE begonnen hat (Beginn des zweiten Ausbildungsjahres). Auch ist es immer wieder interessant, wie die WE-Seminar-Themen so genau auf meine momentanen Lebensthemen passen und das ist wohl auch meinen Mitschülern aufgefallen und ist sehr faszinierend, wie diese Ausbildung genau passt. Vor einem Monat hätte ich mich nicht so bereitwillig an die Theorie gesetzt und hätte das Gelesene aufgesaugt wie ein Schwamm. Seit einer Woche lese ich u.a. die Hatha Yoga Pradîpikâ und weitere Yogaliteratur und ich hab soviel Spaß daran und wundere mich selbst, dass da keinerlei Widerstand ist. Auch wenn es mir früher immer Spaß gemacht hat für ein Thema zu lernen, was mich interessiert, war doch auch immer ein Stück Widerstand mit dabei. Das ist im Moment überhaupt nicht der Fall. Und dieser Widerstand löst sich auch immer mehr im alltäglichen Leben auf oder transformiert sich zu Geduld, Freude, Neugier, Interesse…spannend :-)

Durch diese neugewonnene Freiheit im Lernen - so empfinde ich das - kommt automatisch dieses tiefere Eintauchen und Verständnis über die Zusammenhänge und die Integration von Yoga in mein Leben. Wow … ist genau das, was ich im Moment möchte … das beruhigt meinen Verstand so ungemein und darum eben auch dieser sich auflösende Widerstand - kein rebellierender Verstand, also auch kein Widerstand. Ich kann im Moment alles so annehmen wie es ist und das genieße ich gerade sehr :-))))))

Om Namah Shivaya

Sâradevî

Verbote, Wandel und Gebote

Am 25.04.08 in Spirituelles. Kommentare .

Ein Jahr bin ich nun wieder Schülerin und es hat sich viel in mir verändert, bzw. transformiert. Anfangs dachte ich, wieviele ‘Verbote’ es gibt und was man alles nicht machen sollte - wie z.B. Nikotin, Koffein, Alkohol, Fleisch und Fisch, Eier, Zwieblen, Knoblauch, scharfe Gewürze, etc. zu sich zu nehmen. Den Widerstand, der sich in mir aufbäumte, ließ ich einfach mal so stehen und übte weiter. Das Rauchen hatte ich schon einen Monat vor Beginn der Ausbildung aufgehört und es tat mir gut und Yoga war/ist mir da eine große Hilfe. Je intensiver ich mich mit Hatha Yoga beschäftigte, desto mehr begriff ich, warum es diese ‘Verbote’ gab, die ich nun eher als ‘Gebote’ sah. Der innere Widerstand wurde immer kleiner und immer leiser. Ich merke, dass, je tiefer ich in die Thematik einsteige und Yoga in mein Leben einbinde, desto natürlicher wird es, auf all diese Dinge, die ich oben genannt habe, zu verzichten. Es ist aber gar kein Verzicht - es ist mir ein Bedürfnis geworden, nicht mehr zu rauchen, keinen Alkohol zu trinken, Fleisch und Fisch zu meiden und Knoblauch bekommt meinem Magen nicht mehr (hab danach schreckliche Bauchschmerzen und bekomme Durchfall). Der Reinigungs- und Abbauprozess, der durch die Yogapraxis sowohl körperlich, geistig und seelisch in Gang gesetzt wurde, geht einfach weiter und ich lasse das einfach zu - nicht, weil ich meine, dass es ‘gut’ für mich wäre oder ich irgendetwas daraus ‘gewinne’, sondern, weil es sich natürlich und logisch anfühlt - es gehört jetzt zu mir - das bin ich (auch!). Und sich an diese Erkenntnis einer sehr tiefen Veränderung zu gewöhnen, ist für mich immer einfacher.

Nichts ist beständiger als der Wandel…

…und da wandelt sich eine ganze Menge in mir oder ist es eher ein entblättern und entwickeln im Sinne der 3 Körper und 5 Hüllen? *g*

Klar, es gibt noch eine Menge in mir, was sich noch hartnäckig aneinander festkrallt und sich noch nicht lösen möchte, aber das ist ok…ich akzeptiere, dass es ’seine Zeit’ braucht und ich möchte auch nicht zu einer Extremyogini werden - das wäre auch gar nicht im Sinne des Yoga. Der Wandel ist beständig…aber auch natürlich. Und ich nehme das bereitwillig an…

Raja Yoga

Am 21.04.08 in Yoga. Kommentare (1).

Finde ich immer wieder überraschend, wie alles zusammenpasst. Wie sich gemachte Erfahrungsteile wie kleine Mosaiksteinchen zusammenfügen und somit immer mehr Einblick in das große Ganze, bzw. Mosaik geschieht.

Dieses WE war wieder Seminar im Westerwald und das Thema war Raja Yoga. Ich habe festgestellt, dass ich während meines Studiums sozusagen Raja Yoga geübt habe und es auch somit total logisch war, dass ich diesen Zustand erfahren habe. Der mir natürlich sehr große Angst gemacht hat, aber letztendlich doch auch viel in mir gelöst hat. Ich kann jetzt sagen, dass dieser Zustand definitiv ein Samadhi-Erlebnis war oder eben ein Satori…eines, was nicht blieb und das ist auch ok so…ehrlich gesagt, möchte ich es im Moment auch nicht noch mal SO erleben. Deswegen wahrscheinlich einfach nun dieser Weg (-> reine Spekulation meinerseits *hihi*)

Aber ich möchte gern den Raja Yoga ein wenig näher betrachten und es mal für mich mit der damaligen Situation vergleichen und mal schauen, ob es wirklich so in dieser Reihenfolge passiert ist. Nur zum Verständnis ein paar Erklärungen über Raja Yoga im Folgenden.

“Der Raja Yoga (Sanskrit, m., राजयोग, rājayoga, [ɽɑːʤʌjoːgʌ], raja = König) ist einer der vier klassischen Wege des Yoga. Der Begriff Raja bedeutet soviel wie König oder Herrscher. Im Raja Yoga wird die Herrschaft über den Geist angestrebt. Raja Yoga ist auch unter den Bezeichnungen Kriya Yoga oder Ashtanga Yoga (Sanskrit, m., अष्टाङग योग, aṣṭāṅga yoga) bekannt. Wörtlich übersetzt heißt ashtanga „acht Glieder“.

Dieses System aus Philosophie und praktischen Übungen war ursprünglich eng mit der Samkhya-Philosophie verbunden und wurde lange Zeit mündlich von Lehrer zu Schüler übermittelt (Gurukula-System). Die heute noch maßgebliche erste noch überlieferte schriftliche Fixierung dieser Tradition stammt von Patanjali, vermutlich aus der Zeit zwischen ca. 200 v.Chr – 200 n.Chr. Patanjali hat in den Yoga-Sutras das alte Wissen, in das er selbst praktisch eingeweiht war, in kurzen Aphorismen niedergelegt. Der Gattung der Sutras entspechend (Sutra = Leitfaden), stellt diese Schrift nicht viel mehr als eine Gedächtnisstütze dar und ist ohne Kommentar bzw. ohne die traditionell übermittelte parallele Praxis nur schwer verständlich. Dennoch gehört sie bis heute zu den wichtigsten Yogaschriften, und viele moderne Yoga-Meister haben einen Kommentar zu ihr verfasst. Patanjali selbst sprach in seinen Sutras noch nicht von den heute als “klassisch” geltenden vier Yogawegen – Jnana Yoga (Weg des Wissens), Raja Yoga (Weg der Geisteskontrolle), Bhakti Yoga (Weg der Hingabe an Gott) und Karma Yoga (Weg des selbstlosen Tuns) –, sondern immer nur vom „achtgliedrigen“ Yoga (Ashtanga). Der Begriff Raja Yoga entstammt der Hatha Yoga Pradipika, einer Yogaschrift aus dem 15. Jahrhundert. Dort wurde er verwendet, um den spirituellen Yoga (Raja Yoga) vom mehr körperlichen Yoga (Hatha Yoga) abzugrenzen. Hatha Yoga wird hier als Stufe auf dem Weg zum Raja Yoga bezeichnet.”

–> aus dem Wikipedia Archiv –> Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Raja_Yoga

Die 8 Stufen des Patanjali (im Vergleich mit meiner damaligen ‘Gesangs-Übungs-Praxis, bzw. Disziplin’)

Yama, die 5 Entaltungen:
1. Ahimsa -> Nichtverletzen
-> Übungen, die mir und meiner Stimme, bzw. Körper nicht gut tun eher weglassen oder abändern.
2. Satya -> Wahrhaftigkeit
-> Kein Copy-Cat-Killing, wie meine Lehrerin immer zu sagen pflegte - finde Deinen eigenen Stil, Deine Wahrhaftigkeit. In meinem ‘ersten’ Song heißt es: …reaching varicity (Wahrhaftigkeit erfahren, erlangen).
3. Asteya-> Nichtstehlen
->auch von Ideen oder Verhalten…ich fing an meine eigenen Ideen umzusetzen, sie zu singen, bzw. zu leben ohne neidisch auf die Ideen anderer Menschen - eher inspiriert zu neuen Songideen.
4.Brahmacharya -> Enthaltsamkeit, Keuschheit
-> eher im Sinne, dass man sich nicht in den sinnlichen Freuden wie z.B. Sexualität verliert oder zu sehr verstrickt. -> Nun, ich war noch Jungfrau, sehr wenig daran interessiert mit einem Mann Geschlechtsverkehr zu haben. Nicht, weil ich Angst davor hatte, sondern ich immer fühlte, dass es noch nicht ’soweit’ war - hatte nicht den ‘Richtigen’ gefunden und ich merkte sowas immer sofort. Zwar meine sexuellen Erfahrungen gemacht, aber nichts tiefgehendes. Ich war eigentlich auch sehr spirituell ausgerichtet, auch habe ich es damals nicht so empfunden. Der Gesang und Musik waren meine Geliebten und ich lebte dafür - fünf Jahre lang mit voller Hingabe.
5. Aparigraha -> keine Besitzgier
-> ich war Studentin und hab sogar mein Klavier in Holland gelassen…große Besitztümer und Geldreserven hatte ich nicht, bzw. konnte ich mir auch nicht anhäufen. Ich hab mich auch nie lange damit aufgehalten, wenn ich was verloren oder kaputt gemacht habe, was vielleicht auch sehr teuer war (von meinen Sachen natürlich) - das war halt passiert und konnte man nicht mehr ändern.

Also die Yamas sind Umgangsformen mit Anderen und der Umwelt, die ich so, auch würde ich es nicht kennen, einfach schon immer in mir spürte und auch für mich ‘normale’ moralisch-ethische Umgangsformen sind. So war und bin ich schon immer als Person gewesen, allerdings eines hab ich als 13jährige gebrochen - Satya…was ich aber im Laufe meines Lebens doch stark in mir verankert habe und jetzt für mich kein großes Ding mehr ist. Ich stehle halt nicht (mehr) und bleibe bei mir und bin mir Treu.

Niyama, die fünf Verhaltensregeln:
1. Sauca -> Reinheit
-> Im Zuge meiner Gesangsübungspraxis habe ich mich immer versucht, gut und gesund zu ernähren, das einzige Manko war das Rauchen, was ich aber auch schon mal eine lange Zeit sein hab lassen. Daraufhin hatte ich eine starke Gewichtszunahme und irgendwann fühlte ich innerlich einen Drang zum Fasten. Also habe ich angefangen, drei mal im Jahr zu fasten. Ich fing zwar wieder an zu rauchen, aber die drei Mal fasten im Jahr innerhalb zwei wirklich sehr intensiven Jahre, haben mich sehr stark körperlich gereinigt. Dann eben das Singen selbst, was auch sehr reinigend auf feinstofflicher Ebene (manomayakosha) wirkt, die Atemübungen, die sehr reinigend wirken und auch den Bezug zu Gospelmusik, die ich inbrünstig und voller Hingabe sang, haben mich sozusagen komplett gereinigt.
2. Samtosa -> Zufriedenheit und Bescheidenheit
-> in all den Auftritten und Beifall, den ich durchaus zu Hauf bekam, bin ich trotzdem bescheiden und bei mir geblieben. Ich bin nie abgehoben und das bin ich auch immernoch. Ich habe z.B. erst dieses Wochenende beim Satsang ‘vorn’ ein Mantra mit der Gruppe gesungen. Und ich mag mich eigentlich noch gar nicht so als ‘Singende’ zeigen, da ich doch merke, wie stark dadurch das Ego aufgeplustert werden kann. Ich hatte das aber auch schon immer. Ich wollte nie berühmt werden. Das hat kaum jemand verstanden - vor allem nicht meine Familie … also war da auch ein gewisses Rebellieren und darum entschloss ich mich auch, Gesang zu studieren…allerdings wäre es nie soweit gekommen, hätte ich nicht diese Rebellin in mir entwickelt oder entdeckt.
3. Tapas -> Disziplin
-> Jap, die war definitiv irgendwann soweit entwickelt, dass es mir nicht mehr schwer fiel jeden Tag von acht Uhr morgens bis acht Uhr abends im Conservatorium zu sein. Klar, ich hab auch gefeiert, aber das waren eben dann auch Jazz-Sessions oder Bandauftritte - für mich war/ist das nie ARBEIT gewesen.
4. Svadhyaya -> Studium heiliger Schriften
-> witzig, in dieser Zeit habe ich mich sehr stark mit Gospelmusik und Spirituals (wie z.B. His Eye Is On The Sparrow) beschäftigt. Auch viele philosophische Fragen, die mich da beschäftigt haben. Ich habe mich mit den Religionen auseinandergesetzt und eben vor diesem ‘Erlebnis’ die Erkenntnis gehabt (Buddhi aktiv), dass alle Religion irgendwie ‘das Gleiche’ sind. Dass sie zwar alle andere Wege beschreiben, doch führen sie alle zu EINEM Gott - alle Wege führen nach Rom.
5. Isvara pranidhana -> Hingabe an Gott, Selbstvertrauen
-> Meine Lehrerin war sehr hingebungsvoll im Gesang und sie war stark gläubig - ist sie natürlich immernoch. Sie hat mit mir zusammen sehr stark an den Gospelsongs gearbeitet eine zeitlang. Dies hat mich sehr zu mir gebracht - in mein Innerstes. Aber auch die Sessions, die jede Woche abends abgehalten wurden und wir alle frei zusammen jamten, waren sehr inspirierend und haben mich schon öfters in kurze Blisszustände geschickt.

Niyamas sind die Umgangsformen mit uns Selbst und helfen uns, uns in gewisser Art und Weise zu ‘disziplinieren’. Aber nicht unter Zwang, sondern sie geschehen irgendwann einfach, weil der Körper sie möchte. Sich diese Dinge aufzuzwingen wäre sowieso nicht im Sinne Patanjalis oder der Yamas, denn dann hätte man ein Problem mit Ahimsa, dem Nichtverletzen an anderen, aber eben auch an sich selbst.

Asana, Zusammenführung von Körper und Geist durch Yoga-Asanas, wörtl. “ruhige (Körper-)Stellung”
-> Das ist klar das praktische Umsetzen der Gesangsübungen -> der Sinn ist auch hier, den Körper von Beschwerden oder Blockaden und Verspannungen während des Singens zu befreien, damit die ‘Gesangenergie’ frei fließen kann (und da bin ich mir sicher, dass die Energie, die beim Singen frei wird, definitiv Kundalini ist oder zumindest eine Vorstufe von Kundalini - als Sänger, besonders, wenn er/sie sehr spirituell ist, häuft sich irgendwann sehr viel Ojas (spirituelle Energie) an, die dann beim Singen frei wird.

Pranayama - Zusammenführung von Körper und Geist durch die Atmung:
-> Ist auch klar, Atemübungen - im Gesang ist der Atem mit seinen Atemtechniken und Gesangsatemstütze die Basis und Werkzeug eines Sängers. Die Übungen werden allerdings nicht mit allen Bandhas ausgeführt. Hier eher die Atemstütze als eine Art Uddhiyana Bandha zu sehen (Nabelverschluß) - allerdings wird hier Muskulatur angespannt und nicht den Bauch nach innen gezogen.

Pratyahara - das Zurückziehen der Sinne von der Außenwelt
Dharana - Konzentration auf nur einen Gedanken
-> Fasse ich zusammen, da das eine nicht ohne das andere kann. Meditation ist nicht möglich ohne Zurückziehen der Sinne und somit frei für die Meditation zu sein. Der Sänger nennt dies ‘Fokus halten’ - der Fokus sitzt im Stirnpunkt zwischen den Augenbrauen (Ajna Chakra). Ein Zurückziehen der Sinne und komplettes Einlassen auf den JETZT gesungen Ton. Falsche Töne in der Vergangenheit zählen nicht mehr und der Zukünftige Ton ist zwar schon anwesend, aber er ist immer JETZT. Denken findet nicht mehr statt - jedenfalls sollte es nicht mehr stattfinden. Lenkt nur vom Wesentlichen ab - dem gesungen Ton. Je mehr Sänger bei sich ist, desto stärker verschmilzt die Musik, die Umgebung mit ihren Musikern und Publikum zu einem Punkt - alles wird einpünktig und Sänger agiert aus dem Zentrum, aus seiner Mitte. Dieser Zustand führt/kann führen zu

Dhyana - Meditation

und somit auch zu

Samadhi - der überbewusste Zustand, (”Erleuchtung”, “Selbstverwirklichung”, “Vereinigung mit der Kraft des Ishvara”, “Eins-Werden mit dem Pranava”)

Hari Om Tat Sat

Soweit zu meiner ‘persönlichen’ Aufarbeitung meiner ‘Entwicklung’ und Zusammenfassung bis JETZT.

In Liebe,

Sâradevî

Mein spiritueller Name 2. Teil

Am 17.04.08 in Spirituelles. Kommentare (1).

So, nun ist es also geschafft…wie eine Schwangerschaft mit Geburt. Ca. zehn Monate trug ich diesen Namen in mir schwanger und er entwickelte sich aus mir zu diesem Namen: Sâradevî.
Das Zeichen ^ ersetzt den Querstrich über den Vokalen a und i. Sâradevî - göttliche Essenz. Er erinnert mich daran, dass in jedem von uns - ob Tier, Mensch, Pflanze, etc. eben die gesamte Schöpfung Brahmans fließt und wir alle miteinander verbunden, bzw. EINS sind.

Ist schon eigenartig, wie dieser Name eine Eigendynamik entwickelt und im Nachhinein sich alles wieder mal ganz logisch und wundersam zusammenfügt. Die Ereignisse in den letzten zwei Jahren. Ich träumte mal von einer Namensgebung innerhalb des Sannyasinkreises mit Osho. Der Traum fühlte sich sehr real an und ich schaute erst zu, wie Osho einen Namen nach dem anderen vergab, in dem der Sannyasin sich vor ihm verbeugte und Osho seinen Daumen an das Ajna Cakra (Dritte Auge - Punkt zwischen den Augenbrauen) anlegte und sagte dabei: “Dein Name wird/ist … !” Als ich nach vorn ging, um auch einen Namen zu bekommen, tat er es gleich, aber sagte dazu: “Du brauchst keinen Namen von mir, denn Dein Name ist in Deinem Namen verborgen und trägst ihn in Dir!”

Ich dachte immer, dass ich es vestanden habe…dass ich keinen anderen Namen brauch…aber ich weiß jetzt erst wirklich, was es bedeutete. Denn mein Name ist wirklich aus meinem Namen und aus mir selbst entstanden, bzw. geboren. Und das bringt mich wieder mal sehr zum Lächeln über die Schönheit, Einfachheit und Logik des Lebens.

Also, herzlich Willkommen,

Sâradevî