Ich…mittendrin


Category: Yoga


Ist schon sehr beeindruckend, wie tief so ein einziges Wort geht…beschäftige mich immer noch mit dem Thema Reinigung - Shauca - und bemerke, wie umfangreich dieses Thema ist - auf allen Ebenen.

Katharsis, Läuterung, Reinigung…verbrennen…werden zu Asche und neu geboren…immer und immer wieder. Im Wasser tauchen neue Dinge auf, die ich mir lange nicht angeschaut, bzw. anschauen wollte und stelle feste…sie können nicht tauchen

…nur EIN Wort…mit soviel Kraft…

Saradevi

…es ist doch nur ein Wort, oder? »».


Finde ich im Moment sehr interessant und spannend, was sich da für mich nur mit einem Wort, bzw. Thema ergibt, wenn ich mich damit bewusst befasse. Reinheit. Ist an sich allgemein ja ein Wort, womit der Mensch in dieser Gesellschaft sehr viel Spießertum verbindet - jedenfalls tue ich es unbewußt. Ich denke da sofort an Überreinlichkeit, extreme Ordnungswut, etc. Aber das ist es nicht. Es geschieht einfach…es fängt im Außen an und geht ganz tief nach innen und von da wieder zurück nach außen. Angefangen von der Reinheit im Haus, zur Körperreinheit (und da meine ich nicht die normale Körperpflege, sondern schon auch die Entschlackung und der sowieso täglich stattfindende Reinigungsprozess des Körpers) bis hinzu den Gedanken. Da findet genauso ein Frühjahrsputz statt. Alle Gedanken kommen einfach aus ihren Ecken und wollen angeschaut werden. Und ich tue es…ohne Wertung…lasse sie zu und lasse sie gehen. Das Aufräumen meiner Gedanken besteht darin, sie nicht mehr in die Ecke zu schieben und sie irgendwie einorden zu müssen. Ich lasse sie einfach gehen…wie die Buddhisten sagen ‘Drop the thought!’ … ich gewähre mir das Recht zu denken und diese Gedanken auch wieder gehen zu lassen. Ist schon krass, wieviele Gedanken der Mensch allgemein gesprochen erst gar nicht zulässt und sie somit in eine Ecke sperrt. Kein Wunder, dass sie immer wieder auftauchen…denn sie werden ja festgehalten. Und Gedanken sind ja bekanntlich wie Wolken am Himmel…sie ziehen vorbei…denn Gedanken sind frei …

In diesem Sinne einen wunderschönen und sauberen *gg* Sonntag!

Saradevi

…von außen nach innen… »».


Mir kam gerade die Idee, mich wöchentlich eines Themas intensiv anzunehmen … insofern beginne ich heute mit dem Niyamas Block im Unterthema:

1. Shauca - Reinheit

“Unter Reinheit verstehen wir die äußere Reinheit des Körpers, unsere Kleidung und Umgebung sowie auch die Reinheit der Gedanken und Gefühle. Alles in unserem Universum ist göttlich, rein und heilig. Alles trägt zur Reinheit bei, was uns hilft ein Instrument Gottes zu werden (->oder zu erkennen, dass wir es sind).
Körperlich: Sattwige Ernährung, Kriyas, Asanas
Psychisch: Unerwünschte Gedanken durch positive Ersetzen. Mantras, Gebete, Seva Dienste

Klar, man sollte das Ganze natürlich für sich schon relativieren. Wenn ich streng nach den Schriften, bzw. Veden leben würde, wäre es für mich eher eine Qual. Denn die Zeiten waren früher anders und jeder definiert natürlich für sich sehr verschieden. Auch die Wahrnehmung ist individuell. Aber trotzdem lasse ich mich einfach mal für ein paar Tage auf dieses Thema ein und möchte gern hier berichten, wenn mir danach ist.

Om Shanti,

Saradevi

Die praktische Umsetzung Patanjalis 8 Stufen (3) »».


Ich gehe nicht die Reihenfolge durch, sondern nach meinem innerlichen Empfinden…

Die Wahrheit sagen…

Ist für mich eine besondere Herausforderung - nicht, weil ich täglich lüge, sondern eher, weil mich die Frage: “Was ist Wahrheit?” doch ziemlich ergriffen hat seit ich gestern den Film ‘Die Passion Christi’ gesehen habe. Dieser Mann hat die Wahrheit verkündet und keiner wollte sie hören. Im Gegenteil, er wurde dafür gefoltert und gekreuzigt. Und doch ist Jesus diesen Weg gegangen, weil er nicht anders konnte, als die Wahrheit zu verkünden. Und noch mit großen Schmerzen angenagelt am Kreuz sagt er: “Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.”

Jesus war mir eigentlich immer nahe…aber nicht kirchlich oder wie die Kirche Jesus einem näher bringen möchte, sondern, ich sah ihn immer als Mann mit aussergewöhnlich viel Liebe für die Menschen. Kein Heiliger mit Heiligenschein, sondern einen Menschen, der nicht wegschaut, wenn Ungerechtigkeit geschieht. Ein Mann, der nicht schweigt, wenn Lügen verbreitet werden. Ein Mann, der nicht davor zurückscheut, die Wahrheit zu sagen - auch wenn er weiß, dass er dafür sterben wird.

Die Wahrheit sagen und leben bedeutet für mich, wahrhaftig sein in meinem Tun und Sein. Jesus sagte ICH BIN ES … der Sohn Gottes. Und Gott ist überall und in allem. Also steckt auch in jedem die Wahrheit, für die es sich lohnt zu leben und zu sterben. Denn mit einer Lüge zu leben käme (für mich) mit dem Tode gleich.

Also lasse ich die Wahrhaftigkeit in mir zu…

”I am the way, the truth, and the life. No man comes to the Father except through me.” John 14:6jesus_med4in.jpg

Hari Om Tat Sat

Saradevi

Yamas: Satyam - die Wahrheit sagen »».


Ich habe mich in den letzten Wochen sehr stark mit der Hatha Yoga Pradîpikâ und den ersten beiden Stufen des achtgliedrigen Weges nach Patanjali beschäftigt.

Verhaltensregeln und Einschränkungen hören sich mal wieder ‘abschreckend’ an, aber diese Worte in anderem Licht zu betrachten, machen sie dann doch wieder sanfter und verständnisvoller.

Niyamas - können als Verhaltensregeln gesehen werden:

1. Saucha - Reinheit
2. Santosha - Zufriedenheit
3. Tapas - Buße (Fasten, Gelübde auf sich nehmen - keine närrischen Gelübde wie zehn Std. lang im kalten Wasser stehen)
4. Swadyaya - Studium der Schriften
5. Ishwarapranidana - Unterwerfung unter den Willen Gottes oder Unterwerfung des Egos

Yamas - können als Einschränkungen betrachtet werden:

1. Satyam - die Wahrheit sagen
2. Ahimsa - Gewaltlosigkeit
3. Brahmacharya - Keuschheit
4. Asteya - keine Habsucht
5. Aparigraha - keine Annahme von Geschenken

Die Hatha Yoga Pradîpikâ sagt, erst wenn diese Verhaltensregeln und Einschränkungen vollführt sind, kann Pranayama geübt werden. Pranayama ist dazu da, um den Geist zu kontrollieren. D.h. nur durch den Atem können die Nerven und somit das Gehirn beeinflusst werden. Wenn wir uns schon körperlich und geistig darauf vorbereiten, ist es einfacher, durch Pranayama die beiden Gehirnhälften miteinander zu verbinden und zu harmonisieren und somit Ida und Pingala zu vereinen, damit Prana und die darauffolgende Kundalini, die ich gern Gundel oder Gundula nenne, in der Sushumna aufsteigen kann. Atem ist dann hier nicht mehr der physische Atem, sondern Prana…

Von all diesen 10 Geboten, empfinde ich Ahimsa als das ’schwierigste Gebot’ zu unterscheiden…wann verletze ich und wann nicht?

Ich werde mich in den nächsten Berichten den verschiedenen Niyamas und Yamas einzeln widmen. Dieser Beitrag ist mehr als eine Einleitung gedacht.

Hari Om Tat Sat

Sâradevî

:-)

Niyamas und Yamas - Verhaltensregeln und Einschränkungen »».


Nicht, dass ich vorher kein Interesse gehabt hätte, aber ich hab das Gefühl, als wäre in den letzten Wochen ein neuer Schub ausgelöst worden, der letztes WE begonnen hat (Beginn des zweiten Ausbildungsjahres). Auch ist es immer wieder interessant, wie die WE-Seminar-Themen so genau auf meine momentanen Lebensthemen passen und das ist wohl auch meinen Mitschülern aufgefallen und ist sehr faszinierend, wie diese Ausbildung genau passt. Vor einem Monat hätte ich mich nicht so bereitwillig an die Theorie gesetzt und hätte das Gelesene aufgesaugt wie ein Schwamm. Seit einer Woche lese ich u.a. die Hatha Yoga Pradîpikâ und weitere Yogaliteratur und ich hab soviel Spaß daran und wundere mich selbst, dass da keinerlei Widerstand ist. Auch wenn es mir früher immer Spaß gemacht hat für ein Thema zu lernen, was mich interessiert, war doch auch immer ein Stück Widerstand mit dabei. Das ist im Moment überhaupt nicht der Fall. Und dieser Widerstand löst sich auch immer mehr im alltäglichen Leben auf oder transformiert sich zu Geduld, Freude, Neugier, Interesse…spannend :-)

Durch diese neugewonnene Freiheit im Lernen - so empfinde ich das - kommt automatisch dieses tiefere Eintauchen und Verständnis über die Zusammenhänge und die Integration von Yoga in mein Leben. Wow … ist genau das, was ich im Moment möchte … das beruhigt meinen Verstand so ungemein und darum eben auch dieser sich auflösende Widerstand - kein rebellierender Verstand, also auch kein Widerstand. Ich kann im Moment alles so annehmen wie es ist und das genieße ich gerade sehr :-))))))

Om Namah Shivaya

Sâradevî

Tieferes Verständnis und Interesse »».


Finde ich immer wieder überraschend, wie alles zusammenpasst. Wie sich gemachte Erfahrungsteile wie kleine Mosaiksteinchen zusammenfügen und somit immer mehr Einblick in das große Ganze, bzw. Mosaik geschieht.

Dieses WE war wieder Seminar im Westerwald und das Thema war Raja Yoga. Ich habe festgestellt, dass ich während meines Studiums sozusagen Raja Yoga geübt habe und es auch somit total logisch war, dass ich diesen Zustand erfahren habe. Der mir natürlich sehr große Angst gemacht hat, aber letztendlich doch auch viel in mir gelöst hat. Ich kann jetzt sagen, dass dieser Zustand definitiv ein Samadhi-Erlebnis war oder eben ein Satori…eines, was nicht blieb und das ist auch ok so…ehrlich gesagt, möchte ich es im Moment auch nicht noch mal SO erleben. Deswegen wahrscheinlich einfach nun dieser Weg (-> reine Spekulation meinerseits *hihi*)

Aber ich möchte gern den Raja Yoga ein wenig näher betrachten und es mal für mich mit der damaligen Situation vergleichen und mal schauen, ob es wirklich so in dieser Reihenfolge passiert ist. Nur zum Verständnis ein paar Erklärungen über Raja Yoga im Folgenden.

“Der Raja Yoga (Sanskrit, m., राजयोग, rājayoga, [ɽɑːʤʌjoːgʌ], raja = König) ist einer der vier klassischen Wege des Yoga. Der Begriff Raja bedeutet soviel wie König oder Herrscher. Im Raja Yoga wird die Herrschaft über den Geist angestrebt. Raja Yoga ist auch unter den Bezeichnungen Kriya Yoga oder Ashtanga Yoga (Sanskrit, m., अष्टाङग योग, aṣṭāṅga yoga) bekannt. Wörtlich übersetzt heißt ashtanga „acht Glieder“.

Dieses System aus Philosophie und praktischen Übungen war ursprünglich eng mit der Samkhya-Philosophie verbunden und wurde lange Zeit mündlich von Lehrer zu Schüler übermittelt (Gurukula-System). Die heute noch maßgebliche erste noch überlieferte schriftliche Fixierung dieser Tradition stammt von Patanjali, vermutlich aus der Zeit zwischen ca. 200 v.Chr – 200 n.Chr. Patanjali hat in den Yoga-Sutras das alte Wissen, in das er selbst praktisch eingeweiht war, in kurzen Aphorismen niedergelegt. Der Gattung der Sutras entspechend (Sutra = Leitfaden), stellt diese Schrift nicht viel mehr als eine Gedächtnisstütze dar und ist ohne Kommentar bzw. ohne die traditionell übermittelte parallele Praxis nur schwer verständlich. Dennoch gehört sie bis heute zu den wichtigsten Yogaschriften, und viele moderne Yoga-Meister haben einen Kommentar zu ihr verfasst. Patanjali selbst sprach in seinen Sutras noch nicht von den heute als “klassisch” geltenden vier Yogawegen – Jnana Yoga (Weg des Wissens), Raja Yoga (Weg der Geisteskontrolle), Bhakti Yoga (Weg der Hingabe an Gott) und Karma Yoga (Weg des selbstlosen Tuns) –, sondern immer nur vom „achtgliedrigen“ Yoga (Ashtanga). Der Begriff Raja Yoga entstammt der Hatha Yoga Pradipika, einer Yogaschrift aus dem 15. Jahrhundert. Dort wurde er verwendet, um den spirituellen Yoga (Raja Yoga) vom mehr körperlichen Yoga (Hatha Yoga) abzugrenzen. Hatha Yoga wird hier als Stufe auf dem Weg zum Raja Yoga bezeichnet.”

–> aus dem Wikipedia Archiv –> Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Raja_Yoga

Die 8 Stufen des Patanjali (im Vergleich mit meiner damaligen ‘Gesangs-Übungs-Praxis, bzw. Disziplin’)

Yama, die 5 Entaltungen:
1. Ahimsa -> Nichtverletzen
-> Übungen, die mir und meiner Stimme, bzw. Körper nicht gut tun eher weglassen oder abändern.
2. Satya -> Wahrhaftigkeit
-> Kein Copy-Cat-Killing, wie meine Lehrerin immer zu sagen pflegte - finde Deinen eigenen Stil, Deine Wahrhaftigkeit. In meinem ‘ersten’ Song heißt es: …reaching varicity (Wahrhaftigkeit erfahren, erlangen).
3. Asteya-> Nichtstehlen
->auch von Ideen oder Verhalten…ich fing an meine eigenen Ideen umzusetzen, sie zu singen, bzw. zu leben ohne neidisch auf die Ideen anderer Menschen - eher inspiriert zu neuen Songideen.
4.Brahmacharya -> Enthaltsamkeit, Keuschheit
-> eher im Sinne, dass man sich nicht in den sinnlichen Freuden wie z.B. Sexualität verliert oder zu sehr verstrickt. -> Nun, ich war noch Jungfrau, sehr wenig daran interessiert mit einem Mann Geschlechtsverkehr zu haben. Nicht, weil ich Angst davor hatte, sondern ich immer fühlte, dass es noch nicht ’soweit’ war - hatte nicht den ‘Richtigen’ gefunden und ich merkte sowas immer sofort. Zwar meine sexuellen Erfahrungen gemacht, aber nichts tiefgehendes. Ich war eigentlich auch sehr spirituell ausgerichtet, auch habe ich es damals nicht so empfunden. Der Gesang und Musik waren meine Geliebten und ich lebte dafür - fünf Jahre lang mit voller Hingabe.
5. Aparigraha -> keine Besitzgier
-> ich war Studentin und hab sogar mein Klavier in Holland gelassen…große Besitztümer und Geldreserven hatte ich nicht, bzw. konnte ich mir auch nicht anhäufen. Ich hab mich auch nie lange damit aufgehalten, wenn ich was verloren oder kaputt gemacht habe, was vielleicht auch sehr teuer war (von meinen Sachen natürlich) - das war halt passiert und konnte man nicht mehr ändern.

Also die Yamas sind Umgangsformen mit Anderen und der Umwelt, die ich so, auch würde ich es nicht kennen, einfach schon immer in mir spürte und auch für mich ‘normale’ moralisch-ethische Umgangsformen sind. So war und bin ich schon immer als Person gewesen, allerdings eines hab ich als 13jährige gebrochen - Satya…was ich aber im Laufe meines Lebens doch stark in mir verankert habe und jetzt für mich kein großes Ding mehr ist. Ich stehle halt nicht (mehr) und bleibe bei mir und bin mir Treu.

Niyama, die fünf Verhaltensregeln:
1. Sauca -> Reinheit
-> Im Zuge meiner Gesangsübungspraxis habe ich mich immer versucht, gut und gesund zu ernähren, das einzige Manko war das Rauchen, was ich aber auch schon mal eine lange Zeit sein hab lassen. Daraufhin hatte ich eine starke Gewichtszunahme und irgendwann fühlte ich innerlich einen Drang zum Fasten. Also habe ich angefangen, drei mal im Jahr zu fasten. Ich fing zwar wieder an zu rauchen, aber die drei Mal fasten im Jahr innerhalb zwei wirklich sehr intensiven Jahre, haben mich sehr stark körperlich gereinigt. Dann eben das Singen selbst, was auch sehr reinigend auf feinstofflicher Ebene (manomayakosha) wirkt, die Atemübungen, die sehr reinigend wirken und auch den Bezug zu Gospelmusik, die ich inbrünstig und voller Hingabe sang, haben mich sozusagen komplett gereinigt.
2. Samtosa -> Zufriedenheit und Bescheidenheit
-> in all den Auftritten und Beifall, den ich durchaus zu Hauf bekam, bin ich trotzdem bescheiden und bei mir geblieben. Ich bin nie abgehoben und das bin ich auch immernoch. Ich habe z.B. erst dieses Wochenende beim Satsang ‘vorn’ ein Mantra mit der Gruppe gesungen. Und ich mag mich eigentlich noch gar nicht so als ‘Singende’ zeigen, da ich doch merke, wie stark dadurch das Ego aufgeplustert werden kann. Ich hatte das aber auch schon immer. Ich wollte nie berühmt werden. Das hat kaum jemand verstanden - vor allem nicht meine Familie … also war da auch ein gewisses Rebellieren und darum entschloss ich mich auch, Gesang zu studieren…allerdings wäre es nie soweit gekommen, hätte ich nicht diese Rebellin in mir entwickelt oder entdeckt.
3. Tapas -> Disziplin
-> Jap, die war definitiv irgendwann soweit entwickelt, dass es mir nicht mehr schwer fiel jeden Tag von acht Uhr morgens bis acht Uhr abends im Conservatorium zu sein. Klar, ich hab auch gefeiert, aber das waren eben dann auch Jazz-Sessions oder Bandauftritte - für mich war/ist das nie ARBEIT gewesen.
4. Svadhyaya -> Studium heiliger Schriften
-> witzig, in dieser Zeit habe ich mich sehr stark mit Gospelmusik und Spirituals (wie z.B. His Eye Is On The Sparrow) beschäftigt. Auch viele philosophische Fragen, die mich da beschäftigt haben. Ich habe mich mit den Religionen auseinandergesetzt und eben vor diesem ‘Erlebnis’ die Erkenntnis gehabt (Buddhi aktiv), dass alle Religion irgendwie ‘das Gleiche’ sind. Dass sie zwar alle andere Wege beschreiben, doch führen sie alle zu EINEM Gott - alle Wege führen nach Rom.
5. Isvara pranidhana -> Hingabe an Gott, Selbstvertrauen
-> Meine Lehrerin war sehr hingebungsvoll im Gesang und sie war stark gläubig - ist sie natürlich immernoch. Sie hat mit mir zusammen sehr stark an den Gospelsongs gearbeitet eine zeitlang. Dies hat mich sehr zu mir gebracht - in mein Innerstes. Aber auch die Sessions, die jede Woche abends abgehalten wurden und wir alle frei zusammen jamten, waren sehr inspirierend und haben mich schon öfters in kurze Blisszustände geschickt.

Niyamas sind die Umgangsformen mit uns Selbst und helfen uns, uns in gewisser Art und Weise zu ‘disziplinieren’. Aber nicht unter Zwang, sondern sie geschehen irgendwann einfach, weil der Körper sie möchte. Sich diese Dinge aufzuzwingen wäre sowieso nicht im Sinne Patanjalis oder der Yamas, denn dann hätte man ein Problem mit Ahimsa, dem Nichtverletzen an anderen, aber eben auch an sich selbst.

Asana, Zusammenführung von Körper und Geist durch Yoga-Asanas, wörtl. “ruhige (Körper-)Stellung”
-> Das ist klar das praktische Umsetzen der Gesangsübungen -> der Sinn ist auch hier, den Körper von Beschwerden oder Blockaden und Verspannungen während des Singens zu befreien, damit die ‘Gesangenergie’ frei fließen kann (und da bin ich mir sicher, dass die Energie, die beim Singen frei wird, definitiv Kundalini ist oder zumindest eine Vorstufe von Kundalini - als Sänger, besonders, wenn er/sie sehr spirituell ist, häuft sich irgendwann sehr viel Ojas (spirituelle Energie) an, die dann beim Singen frei wird.

Pranayama - Zusammenführung von Körper und Geist durch die Atmung:
-> Ist auch klar, Atemübungen - im Gesang ist der Atem mit seinen Atemtechniken und Gesangsatemstütze die Basis und Werkzeug eines Sängers. Die Übungen werden allerdings nicht mit allen Bandhas ausgeführt. Hier eher die Atemstütze als eine Art Uddhiyana Bandha zu sehen (Nabelverschluß) - allerdings wird hier Muskulatur angespannt und nicht den Bauch nach innen gezogen.

Pratyahara - das Zurückziehen der Sinne von der Außenwelt
Dharana - Konzentration auf nur einen Gedanken
-> Fasse ich zusammen, da das eine nicht ohne das andere kann. Meditation ist nicht möglich ohne Zurückziehen der Sinne und somit frei für die Meditation zu sein. Der Sänger nennt dies ‘Fokus halten’ - der Fokus sitzt im Stirnpunkt zwischen den Augenbrauen (Ajna Chakra). Ein Zurückziehen der Sinne und komplettes Einlassen auf den JETZT gesungen Ton. Falsche Töne in der Vergangenheit zählen nicht mehr und der Zukünftige Ton ist zwar schon anwesend, aber er ist immer JETZT. Denken findet nicht mehr statt - jedenfalls sollte es nicht mehr stattfinden. Lenkt nur vom Wesentlichen ab - dem gesungen Ton. Je mehr Sänger bei sich ist, desto stärker verschmilzt die Musik, die Umgebung mit ihren Musikern und Publikum zu einem Punkt - alles wird einpünktig und Sänger agiert aus dem Zentrum, aus seiner Mitte. Dieser Zustand führt/kann führen zu

Dhyana - Meditation

und somit auch zu

Samadhi - der überbewusste Zustand, (”Erleuchtung”, “Selbstverwirklichung”, “Vereinigung mit der Kraft des Ishvara”, “Eins-Werden mit dem Pranava”)

Hari Om Tat Sat

Soweit zu meiner ‘persönlichen’ Aufarbeitung meiner ‘Entwicklung’ und Zusammenfassung bis JETZT.

In Liebe,

Sâradevî

Raja Yoga (1) »».


Da mir dieses Thema in den letzten Tagen sehr oft begegnete, und mich noch einige Fragen bezüglich Ahimsa (Gewaltlosigkeit) beschäftig(t)en und auch im Yoga einen wichtigen Stellenwert hat, möchte ich ein paar Zeilen dazu schreiben.

Warum habe ich überhaupt aufgehört Fleisch und Fisch zu essen? In erster Linie, weil ich einen Abschnitt in einem Buch von Swami Vishnu Devananda gelesen habe und erkannt habe, dass eine Kuh, ein Schwein, ein Huhn, ein Lamm, ein Kalb, etc. nicht minderwertig gegenüber einer Katze und Hund sind. Hinzufügen möchte ich noch, dass ich zu omnivoren Zeiten immer abgelehnt habe, Tierbabys zu essen. Einen Unterschied gibt es auch hier nicht. Warum fand ich es nicht verwerflich, ein Stück Kuhfleisch zu essen und hätte mich weggeekelt, Hundefleisch auf dem Teller zu haben? Nein, das meine ich ehrlich und ohne Vorwurf und Wertung. Ich habe mich ehrlich mit mir auseinandergesetzt und mich gefragt, wass denn dann den Unterschied zwischen mir und einem Tier macht, ausser, dass ich sprechen kann und eine gewisse Intelligenz habe, die durchaus messbar mit einem Delfin ist (schätze ich mal)? Tiere haben Emotionen, Erinnerungen, eine gewisse Intelligenz (Buddhi jedoch unterscheidet uns vom Tier) und wer bin ich, die da unter den Tieren auch noch Unterschiede zieht. Wenn ich doch tief im Innern weiß, dass ALLES mitEINander verbunden ist, schneide ich mir doch selbst ins Fleisch, bzw. fresse mich selbst auf, oder? Plötzlich fühlte ich ein sehr starkes Mitgefühl in mir und ich fing bitterlich an zu weinen. Nicht nur, weil mir die Tiere so leid taten, sondern ich einfach spürte, welch Schmerz und Leid ich auslöse, und sei es auch nur unbewusst. Denn ich fühlte mich nicht getrennt - erkenne ich, dass ich EINS bin, erkenne ich auch, dass ich die Kuh bin, die ich gegessen habe und das Schwein und das Huhn … und fühlte deren Leid und Schmerz. Wenn ich erkannte, dass nur ich mein Leid und Schmerz in mir auslöse, dann kann auch ich nur das Leid und Schmerz vermeiden. Danach war für mich einfach klar, ich ändere mein Essverhalten. Klar, da gibt es noch viel mehr, was ich noch ändern möchte, aber ich möchte mich und meinen Körper auch nicht überfordern. Stück für Stück informiere ich mich und ich werde sehen wann das nächste tierische Produkt wegfällt. Denn seien wir uns doch darüber klar, auch wenn ich nicht mehr Fleisch und Fisch zu mir nehme, so löse ich trotzdem noch indirekt Leid weiter, in dem ich noch Eier und Milchprodukte zu mir nehme. Allerdings bin ich da ein wenig im Zwiespalt, denn ich bin nicht nur Yogi, sondern auch sehr dem Ayurveda zugetan und da wäre es schon ziemlich fatal, die Milchprodukte komplett wegzulassen als Pitta-Vata-Dosha.

Jedoch möchte ich mich zu nichts zwingen (müssen) und warte einfach mal ab und schaue, ob ich irgendwann von selbst verzichte. Beim Fleisch und Fisch ging es mir auch so und ich vermisse gar nichts. Im Gegenteil, ich fühle mich wirklich wohler - irgentwie auch etwas ‘klarer’. Das kann ich nun nach ca. 9 Monaten fleisch- und fischloser Nahrung über mich sagen.

Ich würde niemandem etwas aufzwingen und militant bin ich schon gar nicht - ich mag das selbst auch nicht an anderen Menschen, die sehr militant rüberkommen und jemandem unbedingt seine Meinung aufzwingen wollen. Ich akzeptiere die Meinung anderer in diesem Punkt und somit komme ich selbst auch entspannt rüber und da ist auch schon hier und da ein sehr schönes Gespräch entstanden und auch das Verhalten mir gegenüber war immer sehr offen und ich wurde ‘ernst’ genommen. Nur wer meint nicht ‘ernst’ genommen zu werden, wird auch auf Widerstand und heftige Diskussionen stoßen.

Wie gesagt, mir geht es mit dieser Entscheidung - und für mich war es eine ganz bewusste Entscheidung - sehr gut und ich schaue mal, wie sich das für mich weiterentwickelt.

In Liebe,

Sara

Vegetarierin sein… (3) »».


Aus einem Antwort-Threat über das Thema Guru…

“[…]Schwerstarbeit würde ich es nicht nennen - da war am Anfang eine Sehnsucht, eine Neugier, eine Frage - wie bei jedem Suchenden. Und auch ein Weg, auf dem viele Meister und Nicht-Meister begegnen bis die Erkenntnis (buddhi) eintritt und es klick macht - die Suche beginnt immer ‘in Dir’ und endet ‘in Dir’ … ein Meister kann hilfreich sein … so wie ein Lehrer hilfreich in Mathe oder Hatha Yoga sein kann … doch es ist letztendlich nicht der Lehrer, der die Erkenntnis bringt. Es ist die Resonanz des Lehrers im Außen mit dem Lehrer im Innern, die etwas in Bewegung setzt und resoniert, bzw. in einem arbeitet. Es gibt einen klaren Punkt, wo der Schüler den Lehrer ‘verlassen’ sollte, um seine Unabhängigkeit zu erhalten. Die Verbindung wird nie zereissen, denn der Lehrer wurde vom Schüler assimiliert und vereint. Der Schüler ist kein Schüler mehr - er hat seinen wahren Guru gefunden. Und wenn es mit Hilfe eines Gurus war, ist es mit Sicherheit keine Schande. Es gibt auch Menschen, die brauchen den Guru im Aussen nicht, die finden das innere Licht instinkiv in sich …

Beides ist ok und wünschenswert … solange erkannt ist, dass eine Verbindung mit einem Guru im Außen nur die Spiegelung der Verbindung des Gurus im Innern ist.”

Ich bin schon froh, immer wieder Menschen an meiner Seite gehabt zu haben, die meinen ‘inneren Guru’ spiegel(te)n. Ob es nun lebende oder schon längst verstorbene Gurus sind, sie spiegeln Dein eigenes göttliches Licht in Dir und weisen Dich immer wieder auf das EINE hin. Diesbezüglich kann ich mich des Gurus auch nicht immer entziehen - aber es gibt auch keine eindeutige Definition von Guru für mich.

Das Wort „Guru“ bedeutet in Sanskrit und anderen aus dem Sanskrit abgeleiteten Sprachen wie Hindi, Bengali und Gujarati Lehrer. Es bezeichnet den „Verleiher“ des Wissens (Vidya). Das Wort kommt von der Wurzel „guru“, welche wörtlich schwer, gewichtig bedeutet. In hinduistischen Schriften selbst wird der Guru als Vertreiber der Dunkelheit (Dunkelheit als Avidya, Unwissen) interpretiert. (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Guru)

Ich verwehre mich nicht mehr eines Gurus. Ich dachte mal eine zeitlang, dass ich einen Guru nicht benötige, aber das entscheide nicht ich, sondern das Leben spielt immer ganz anders, als mensch es plant *gg*

In Liebe,

Sara

Guru… »».


…so lerne, bzw. lese ich gerade, dass Tantra in drei Kategorien einzuteilen ist, bzw. in drei Wege des tantrischen Praktizierens. Der Weiße Tantra (die geistige, spirituelle Vereinigung Shaktis mit Shiva), der rote Tantra (die körperliche Vereinigung im Fokus) und der schwarze Tantra (Okkultismus, bzw. schwarze Magie). Mmmh, interessant…aber da erscheint in mir die Frage, kann man Tantra so ’sauber’ voneinander trennen? Das Eine schließt doch nicht das Andere aus? Genauso wie man keine ‘reine weiße Magie’ ohne die Absicht einer ‘Manipulation’ (was als schwarze Magie betrachtet wird) ausführen kann. Gut, ich hatte jetzt nicht die letztendlich zur Erleuchtung bringende Kundalinierfahrung, aber ich schätze mal, meine Kundalini ist ziemlich aktiv und das nicht nur geistig, sondern auch der Körper und auch ‘böse Gedanken’ verschmelzen da in einem Prozess. Kann ich das wirklich alles trennen? Oder möchte man da die Kontrolle über eine Energie gewinnen, indem man versucht, sie duch Schubladendenken zu verstehen? Klar, warum frage ich nicht den Blog-Master, aber es geht mir nicht um Antworten ‘ausserhalb’, sondern ich möchte die Antworten aus mir ‘hören’ … ich merke, wie diese Angst, die mich doch immerwieder im Zaum hielt, in Neugierde und Mut umschlägt und ich immer mehr innerlich ‘ja’ sage. Ist zwar noch ein ‘vielleicht’, aber kein ‘nein’ mehr.

In Liebe,

Sâradevi

Gedanken über Tantra und Kundalini (2) »».